Darf man manche Platten eigentlich auch Scheisse finden?

Man kann die Gründe einen Mailorder-Versand für Platten zu betreiben auf zwei Argumente reduzieren:

1. Weil man es für eine gute Geschäftsidee hält (Was ich aus eigenen Erfahrungen für einen kapitalen Trugschluss halte…)

Oder 2. Weil man der Meinung ist, man hat eine gewisse Vorliebe für Musik, kennt sich ein bisschen(?) aus und möchte dies auch Anderen nahe bzw. zur Kenntnis bringen.

Wenn man Letzteres (oder eine Kombination aus Beidem) den hunderten oder mehr Mailorder-Betreibern hierzulande als Motivation unterstellt, dann frag ich mich immer öfters, was die sich eigentlich beim Geschäft denken?

Interessehalber check ich gelegentlich was denn andere Mailorder zu dieser oder jener Platte zu sagen haben – und stelle fest: In fast (!) allen Fällen haben sie NICHTS ZU SAGEN! D.h. sie übernehmen einfach im Copy&Paste-Verfahren das Label-Info zu den Platten. Manchmal wird sogar so weit gegangen, dass die darin enthaltenen persönlichen Aussagen (“ich” oder “wir”) noch nichtmal umgeschrieben werden…

Wenn man schon keine eigene Meinung hat, warum dann nicht gleich NUR einen Link zur myspace-Seite der jeweiligen Interpreten und der “mündigen Kundschaft” eine Meinungsbildung selbst überlassen – Anstatt kommentarlos das (zumeist verlogenene) Geschwätz von Promo-Zetteln weiter zu verbreiten?

Nun ist es logischerweise nicht an mir “vorzuschreiben”, wie andere ihr Geschäft zu führen haben! Aber diese Leute sollten sich über die Konsequenzen dieses Verhaltens bewusst werden: Ohne einen kritischen bzw. diskursiven Beitrag in Eigenleistung, ist man letzten Endes eben auch nur ein banaler Verkäufer ohne Sinn und Verstand – und sollte es sich verkneifen den eingangs erwähnten Punkt 2 für sich in Anspruch nehmen zu wollen.

Letztlich kommt man nicht um den Eindruck herum, dass jede Fleischerei-Fachverkäuferin sich mehr auseinandersetzt mit ihren angebotenen Waren als diese Plattenverkäufer. Eine kritische Betrachtung des Warenangebots (was man von jedem popeligen Bio-Laden verlangen würde) findet offensichtlich nicht statt – und im Zusammenhang mit einem Kulturgut (= Musik), erscheint mir das geradezu erbärmlich.

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